Kreislaufwirtschaft – DAS Erfolgsmodell der Zukunft

Kreislaufwirtschaft bedeutet, die Ressourcen unserer Erde so effizient wie möglich zu nutzen und Abfall zu vermeiden. Die Circular Economy ist ein Wirtschaftsmodell, bei dem sowohl in der Produktion als auch im Verbrauch alle Materialien und Produkte so lange wie möglich wieder verwendet, repariert, aufgearbeitet, recycelt oder auch geleast, verliehen oder geteilt werden. Kreislaufwirtschaft – das Erfolgsmodell der Zukunft. Werden Sie Teil der Lösung! Definition und Ziel von Kreislaufwirtschaft ist: den Lebenszyklus möglichst aller Produkte zu verlängern und Abfall zu minimieren. Klingt logisch? Ist es auch!

Seit zu langer Zeit schon funktioniert unser Wirtschaftsystem nach dem Prinzip „take – make – use – waste“. Aktuell werden Rohstoffe der Natur entnommen („take“), um daraus Produkte und Güter aller Art herzustellen und Energien zu gewinnen („make“). Die meisten der dabei entstehenden „Nebenprodukte“ und die Produkte an sich werden nach oft nur kurzer Nutzung („use“) als Abfall oder Emissionen einfach in Luft, Wasser oder Boden deponiert und vermüllen damit unser Ökosystem („waste“). Wir und unsere Wirtschaftsweise sind dafür verantwortlich, dass sich laut OECD der weltweite Material-Verbrauch von 43 Milliarden Tonnen im Jahr 1990 auf 92 Milliarden im Jahr 2017 mehr als verdoppelt hat und bis 2060 voraussichtlich auf 190 Milliarden Tonnen anwachsen wird. Die Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs ist alternativlos. Die bis dato einzige Lösung lautet: ökologische Kreislaufwirtschaft – das Erfolgsmodell der Zukunft. Sie ist deshalb alternativlos, um den Erhalt unserer Umwelt und damit unsere Lebensgrundlage zu bewahren und für die nächste Generation zu sichern. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt bei allen Akteuren gleichermaßen: Unternehmen und Wirtschaft, der Politik und den Verbrauchern.

Transformation von linear zu zirkulär

Glücklicherweise hat der Begriff der Kreislaufwirtschaft bei politischen Entscheidungsträgern, der Wissenschaft und der öffentlichen Meinung in den letzten Jahren an Popularität und Bedeutung gewonnen. Empfehlungen und Zielsetzungen für ein so genanntes regeneratives Wirtschaften und die Kreislaufwirtschaft liefern die Vereinten Nationen (UNO) bereits mit der Agenda 2030 „Transforming our World“ und dem seither richtungsweisenden, rechtsverbindlichen Klimaabkommen von Paris. Auch die Europäische Kommission ist sich der Tatsache bewusst, dass alle Akteure an einem Strang ziehen müssen und befeuert die Umsetzung im Maßnahmenplan des EU- Green Deal, der EU- Industriestrategie oder dem neuen “Circular Economy Action Plan” mit massiven Förderungen, konkreten Richtlinien, Strategievorlagen und Vorgaben. Auch die österreichische Bunderegierung schreibt in ihrer Kreislaufwirtschaftsstrategie 2022: “Die Realisierung erfordert eine fundamentale Transformation, die von Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen getragen werden muss.” 

Immense Vorteile von Kreislaufwirtschaft für Unternehmen

Die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist notwendig, doch noch haben Betriebe Schwierigkeiten, Kreislaufwirtschaft im Unternehmen zu integrieren. Was vielen noch nicht ganz bewusst sein dürfte ist, dass gerade Kreislaufwirtschaft in einem wirtschaftlichen Umfeld mit weltweit niedrigen Wachstumsraten und Mitarbeitermangel die Lösung für diese Probleme darstellt: Dank der neuartigen zirkulären Konzepte und ihre zukunftsfähigen und innovativen Geschäftsmodelle. Dabei kommt es darauf an, jeden Teil der Wertschöpfungskette im Unternehmen zirkulär zu denken, vom grundsätzlichen Bedarf am Produkt, über dessen Design, der Produktion bis hin zu Verkauf, Nutzung und Rückgewinnung des Produkts. Angesichts der immer größer werdenden Knappheit natürlicher Ressourcen und der zunehmenden Regulierungen – national wie international – ist eine Ausrichtung auf Kreislaufwirtschaft im Unternehmen wichtiger denn je. In einer Welt der knapper werdenden Ressourcen können Betriebe nur so mit weniger Ressourceneinsatz mehr erreichen und dabei ihre „Licence to operate” sicherstellen.

Erfolgreiche Beispiele für Kreislaufwirtschaft in Unternehmen

Bereits vielfach erprobt und etablierte Beispiele für die erfolgreiche Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in Unternehmen sind die Optimierung des Ressourcenverbrauchs durch eine verlängerte Lebensdauer, die Rückgewinnung von Produkten zur Wiederverwendung oder das Recycling von Produkten oder ihrer Komponenten. Eine moderne Produktlebenszyklusplanung, die den Kreislaufgedanken maximiert, ist für ein zukunftsfähiges Unternehmen entscheidend. Konsequent gedachte Kreislaufwirtschaft führt neuen Geschäftsmodellen. Die Herangehensweisen und Eingriffspunkte dazu sind mannigfaltig sind, da sich zur konkreten Umsetzung von Kreislaufwirtschaft im Unternehmen sich viele Möglichkeiten anbieten.

Kreislaufwirtschaft – das Erfolgsmodell der Zukunft: Maximale Ressourcennutzung, minimale Abfallproduktion.

Kreislaufwirtschaft ist nicht nur alternativlos, sondern auch die Lösung für die Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen unserer Wirtschaft.

  • Die Produkte werden strikt nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft entworfen, so dass bei der Produktion weniger neue Ressourcen verbraucht werden, vor allem kaum bzw. keine „nicht-erneuerbaren“ Ressourcen.
  • Zirkuläre Anforderungen werden über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg diskutiert und eine entsprechende Beurteilung erfolgt routinemäßig
  • Produkte und ihre Komponenten folgen wichtigen Kreislauf- und Digitalisierungsprinzipien für minimalen Ressourcenverbrauch und verstärkte Wiederverwendungsstrategien.
  • Werterhalt wird durch die Optimierung der Produkt- und Komponentennutzungsrate und der Nutzungsdauer mit Hilfe von Wartung und Digitalisierung maximiert.
  • Bei Maschinen liegt der Fokus auf digital unterstützter Wartung, einem gemeinsamen Zugriff auf Daten, dies bietet innovative Möglichkeiten, Produkte effizient und länger in Gebrauch zu halten.
  • Es werden Dienstleistungen angeboten, die über den einmaligen Verkauf hinausgehen und sich auf die Funktionalität statt auf materielle Güter konzentrieren,
  • Produkte, die nicht mehr verwendet werden können, werden in einen effizienten rückwärtsgerichteten Logistikprozess zur Aufarbeitung, Wiederaufbereitung, Wiederverwendung oder zum Sammeln von Teilen und Komponenten zurückgeführt, wodurch die Lebensdauer anderer Produkte, die noch in Gebrauch sind, verlängert wird.
Kreislaufwirtschaft Strategie

Hinter diesen Ansprüchen, die sich aus der beschriebenen Orientierung hin zu Kreislaufwirtschaft ergeben, sind zur Messung entsprechende Indikatoren zu identifizieren und zu etablieren, dh. Es müssen für jeden Schritt stimmige Kennzahlen angesetzt werden, um die Richtung zu weisen, für neue und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen die aus wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Sicht vorteilhaft sind.

Kreislaufwirtschaft Beispiele hierfür wären, der Prozentsatz an Produkten mit Rücknahmesystemen, die Anzahl an Produktgruppen mit vorgesehener Reparaturmöglichkeit und der Prozentsatz vom Umsatz erzielt mit Produkten mit den genannten Kriterien der Kreislaufwirtschaft.

In unserem nächsten Beitrag möchten wir Ihnen bereits erfolgreich erprobte Beispiele für Kreislaufwirtschaft in Unternehmen und ihre Umsetzung vorstellen.

Werner Kössler ist als Techniker und Betriebswirt ein Experte in Nachhaltigkeitsmanagement und Kreislaufwirtschaft mit 30 Jahren Erfahrung aus verschiedenen Branchen und Unternehmen. In leitender Funktion konnte er viele komplexe Projekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen erfolgreich realisieren, dies immer auch eingebettet in Programmen zur Organisationsentwicklung.

Seine Berufung und Leidenschaft liegen in der aktiven Gestaltung von Unternehmen hin zur bewussten und umfassenden Wahrnehmung von Aspekten der Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit.

Bei richtig angelegten Strategien und abgeleiteten Maßnahmen ergeben sich daraus jedenfalls auch wirtschaftliche Vorteile, denn Nachhaltigkeit ist Langzeitökonomie.

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