Auf dem Weg zum Energiesystem der Zukunft

Die Existenz und der Wohlstand jedes Einzelnen hängen von einer funktionierenden Energieversorgung ab. Wo Menschen leben und arbeiten, wird Energie verbraucht und der Bedarf an Energie stieg und steigt weiterhin viel zu stark und viel zu schnell. Das Energiesystem der Zukunft kann nicht auf einem „Weiter wie bisher“ basieren und schon gar nicht auf einem „Zurück“ zu fossilen Brennstoffen oder der Atomkrafttechnologie der 80er Jahre.

Ziel der Energiewende ist es, dass Mensch und Umwelt wieder in Einklang leben. Ganzheitlich denken – darum geht es in einem nachhaltigen Wirtschaftssystem. Es verbindet Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft, schont natürliche Ressourcen, minimiert negative Umweltauswirkungen und ermöglicht auf diese Weise ein qualitatives Wachstum.

Wie schaffen wir es, ein Energiesystem der Zukunft zu gestalten, das bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und hohem Wohlstandsniveau gleichzeitig energieeffizient und umweltschonend ist?

Voraussetzung für eine nachhaltige Energieversorgung ist der mittel- bis langfristige Umbau der Energieversorgungsstrukturen.

Für ein umweltschonendes Energiesystem muss langfristig der Verbrauch fossiler Energieträger gesenkt, ja sogar gestoppt werden. Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle, sind solche Energieträger, die zu lang vergangenen Zeiten beim Abbau von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Sie verursachen das Treibhausgas Kohlendioxid und damit die Erderwärmung.

Für das Energiesystem der Zukunft brauchen wir erneuerbare Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle sowie dem Uranerz verbrauchen sich diese Energiequellen nicht.

Damit wir uns aber erneuerbare Energien genauso zuverlässig versorgen, bedarf es heute noch viel Forschung und Entwicklung. Denn neue Technologien und Innovationen machen die Energiewende überhaupt erst möglich. Neben den Quellen sind hier alle Maßnahmen einzubeziehen, die der Verteilung, der Lagerung und der Zwischenspeicherung der Energieträger dienen (effiziente Netze, Pumpspeicherkraftwerke, Wasserstoffproduktion und Lagerung).

Auch können wir unser Augenmerk legen auf die Stellen in Prozessen. an denen als Nebeneffekt Energie entsteht, beispielsweise in der Lüftungstechnik, wo Wärme in rekuperativen oder regenerativen Verfahren rückgewonnen werden kann. 

Wo eine regenerative Energiequelle nicht ausreicht, müssen Systeme der nachhaltigen Energiegewinnung kombiniert werden. Das Innovationspotential an dieser Stelle ist immens und die Chancen zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle mannigfaltig.

Auch wenn wir noch einen weiten Weg vor uns haben, hin zur ressourceneffizienten Energiewirtschaft im Kreislauf: Je mehr Lösungen wir entwickeln, desto mehr Lücken können wir schließen und je mehr wir uns vernetzen und austauschen, desto höher wird die Chance auf Quantensprünge.   

Eingesparte Energie hat null CO2-Emissionen und ist unabhängig von Energiepreisen

Fragen wir einen Experten für Energietechnik wie es z.B. Michael Bergmeister von den Bergmeister Ingenieuren in Vahrn ist, wie ein Unternehmen den Weg zur nachhaltigen Energieversorgung gehen kann, hat dieser ein plakatives Motto parat: Jede eingesparte Energie hat Null CO2-Emissionen und ist unabhängig von den Energiepreisen. Der Klimahaus-Referent weiß, wie ein gutes Unternehmen vorgeht:

    1 – Die Analyse schafft die Basis

    Gute Unternehmen analysieren akkurat ihren Energieverbrauch und richten den Blick nach vorne. Durch die Verbrauchsanalyse mit Energiemessungen, kann ein Verlauf der unterschiedlichen Energieverbraucher analysiert werden. 

    Sobald der aktuelle Stand vorliegt, kann im nächsten Schritt ermittelt werden, wann welcher Bedarf erforderlich ist und wie sich der Leistungsverlauf dazu verhält.

    Mit dieser Bestandsanalyse ist die Basis für die Zukunft geschaffen. Das Unternehmen weiß, welche Energieform wann in welcher Höhe erforderlich ist.

    2 – Kurzfristig greifen technische Maßnahmen

    Jetzt können erste kurzfristige Maßnahmen der Einsparung umgesetzt werden, wie z.B. die Installation von Wärmerückgewinnungen. Arbeitsprozesse können so angepasst werden, dass die Nutzung von Synergien umsetzbar werden, wie z.B. die Nutzung von Abwärme für die Warmwasserproduktion.

    3 – Der Unternehmensstandort ist langfristig und im Zusammenhang zu betrachten

    Sind die ersten Maßnahmen umgesetzt und ist der Energieverbrauch im Unternehmen optimiert, gilt es eine langfristige Energiestrategie zu entwickeln. Dabei ist wichtig, die Örtlichkeit, also den Standort des Unternehmens mit den verfügbaren alternativen Energieträgern zu erörtern. Auch eventuelle Partnerschaften mit am Standort bestehenden Betrieben und deren Energieverbrauch und Energieproduktion sind dabei im Sinne einer Industrie-Symbiose in Betracht zu ziehen.

    Ziel muss es sein, eine regionale alternative Energieversorgung aufzubauen, die möglichst unabhängig von politischen Geschehnissen sichere umweltfreundliche Energie liefert.

    Für Südtiroler Unternehmen bieten die hohen solaren Erträge, die hohen Potentiale von Biomasse sowie eine schonende Nutzung von der Wasserkraft ein riesengroßes Potenzial und eine noch größere Chance klimaneutral zu produzieren.

     

    Couragierte Unternehmen erhalten Rückenwind 

    Für Unternehmen, die jetzt den Schritt in eine nachhaltige Zukunft gehen wollen, gilt es an die Cents in der Zukunft zu denken, nicht allein an jene, die jetzt schon in die Hosentasche fließen.

    Viele Länder in Europa gewähren Investitionsbeiträge zur Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Gefördert werden beispielsweise Maßnahmen zur Wärmedämmung, Wärmerückgewinnung aus Lüftungsanlagen, die energetische Sanierung einzelner Baueinheiten, ein hydraulischer Abgleich, Heiz- und Kühlanlagen, der Austausch von Öl- und Gaskesseln in Miteigentumsgebäuden, der Einbau von thermischen Solaranlagen, der Einbau von Photovoltaik-Inselanlagen und der Bau von Windkraft-Inselanlagen. Auch die Durchführung eines Energieaudits kann gefördert werden.

    Wie in allen Bereichen der Nachhaltigkeit gilt auch beim Thema Energie: Unsere Wirtschaft bewegt sich langsam auf die Seite der Lösungen. Hier müssen wir weiter gehen, offen und mit Zuversicht, den Blick auf das Jahr 2040 gerichtet, in dem laut EU-Vorgabe 70 % unserer Energie aus erneuerbaren Quellen stammen müssen.

    Der Stakeholderdialog als wesentliches Werkzeug 

    Ein wesentliches Werkzeug, um als Unternehmen zu verstehen, welche Themen für die eigene Nachhaltigkeit relevant sind, ist die Vorbereitung, die Auseinandersetzung und der Dialog mit den eigenen Stakeholdern. Der Stakeholderdialog (oder auch stakeholder engagement) wird nicht nur in dem neusten Standard der Global Reporting Initiative (GRI 2021), sondern auch in den am 15.11. veröffentlichten Entwürfen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) als grundlegender Schritt zur Findung der wesentliche Nachhaltigkeitsthemen beschrieben. 

    CO2 UND WAS STECKT DAHINTER?

    Von Elisabeth Präauer

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